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Spritrechner

Spritverbrauch berechnen: Liter pro 100 km selbst ermitteln

Der Verbrauch verschiebt jede Spritkostenrechnung stärker als jeder andere Wert: Ein Liter mehr auf 100 km kostet je 100 km genau einen Literpreis, bei 2,15 € je Liter und 15.000 km im Jahr also 322,50 €. Gemessen an der Zapfsäule ergibt sich der Wert, den das eigene Auto auf den eigenen Strecken tatsächlich braucht, und nicht der Wert aus Prospekt oder Display.

Volltank-Methode Schritt für Schritt

Gemessen wird von „voll“ zu „voll“. Die Menge, die beim zweiten Volltanken in den Tank passt, ist genau der Kraftstoff, den der Motor seit dem ersten Volltanken verbrannt hat. Das funktioniert mit jedem Auto, auch ohne Bordcomputer, und mit Benzin, Diesel und Autogas gleichermaßen.

  1. Bis zum ersten automatischen Abschalten der Zapfpistole volltanken und nicht nachdrücken. Den Gesamtkilometerstand notieren oder den Tageskilometerzähler auf null stellen.
  2. Normal weiterfahren, mindestens 100 km. Aussagekräftiger ist eine ganze Tankfüllung mit dem üblichen Mix aus Stadt, Landstraße und Autobahn.
  3. Wieder bis zum ersten Abschalten volltanken, möglichst an derselben Tankstelle und Zapfsäule, und die getankten Liter vom Display oder Beleg ablesen.
  4. Die gefahrenen Kilometer aus der Differenz der Kilometerstände bestimmen und beide Werte in die Formel einsetzen.

Verbrauch (l/100 km) = getankte Liter × 100 ÷ gefahrene Kilometer

Kilometerstand beim ersten Volltanken 48.210, beim zweiten 48.742, getankt 38,5 l: 38,5 × 100 ÷ 532 = 7,24 l/100 km

Bezahlt wurden 82,78 €. Daraus folgen der Durchschnittspreis 82,78 € ÷ 38,5 l = 2,15 €/l und die Kosten pro 100 km 7,24 × 2,15 € = 15,57 €.

bestimmt die Einheit des Ergebnisses

pro 100 km

aus Datenblatt oder CoC-Papier

pro 100 km

Durchschnitt über denselben Zeitraum

Durchschnittsverbrauch– 
Kilometer pro Einheit– 
Kosten pro 100 km– 
Abweichung zu WLTP– 

Für ein Tankbuch genügen fünf Spalten: Datum, Kilometerstand, getankte Liter, bezahlter Betrag und ein Stichwort zum Fahrprofil (Urlaub, Winter, Stadt). Ob auf Papier, in einer Tabellenkalkulation oder in einer Tankbuch-App wie Spritmonitor, entscheidend ist, dass keine Betankung fehlt. Mit dem gemessenen Wert lässt sich im Spritrechner jede Fahrt und jeder Pendelmonat durchrechnen.

Typische Messfehler

Ein unplausibles Ergebnis liegt meist an der Menge oder am Kilometerstand, nicht am Auto.

Bei Autogas schaltet die Zapfsäule ab, wenn der Tank zu 80 % gefüllt ist. Die Messung funktioniert trotzdem, weil die Abschaltgrenze bei jeder Füllung gleich ist. Bei Erdgas (CNG) wird in Kilogramm getankt; der Verbrauch ergibt sich dann in kg/100 km, typisch sind 3,5–5 kg.

Mittelwert aus mehreren Tankfüllungen

Eine einzelne Messung schwankt, weil die Zapfpistole je nach Säule und Standort des Autos bei leicht unterschiedlichem Füllstand abschaltet und weil eine Tankfüllung nur ein Fahrprofil abdeckt. Belastbar wird der Wert nach drei bis fünf Füllungen. Dabei wird nicht der Durchschnitt der Einzelwerte gebildet, sondern die Summe der Liter durch die Summe der Kilometer geteilt. Sonst zählt eine kurze Winterfüllung über 340 km genauso viel wie eine lange Autobahnfahrt über 610 km.

Mittlerer Verbrauch = Summe aller Liter × 100 ÷ Summe aller Kilometer

Das einfache Mittel der vier Einzelwerte läge bei 7,71 l/100 km und gewichtet die kurze Winterfüllung mit 8,71 l/100 km zu stark.
FüllungLiterKilometerl/100 km
1, Landstraße und Autobahn38,55327,24
2, Stadt, kurze Füllung12,31607,69
3, Autobahn44,06107,21
4, Kurzstrecken im Winter29,63408,71
Summe und Mittelwert124,41.6427,58

Welcher Mittelwert in die Rechnung gehört, hängt von der Frage ab:

Bordcomputer gegen Tankbeleg

Der Bordcomputer berechnet den Verbrauch nicht aus dem Tankinhalt, sondern aus der Einspritzmenge, die das Motorsteuergerät aus Einspritzdauer und Druck ableitet, und aus den Signalen der Raddrehzahlsensoren. Beide Größen sind Rechenwerte. In der Praxis zeigt die Anzeige häufig 2–5 % weniger an, als an der Zapfsäule nachgetankt wird; bei manchen Modellen liegt sie auch darüber.

MerkmalBordcomputerTankbeleg-Messung
Grundlageberechnete Einspritzmengetatsächlich getankte Liter
Genauigkeitmeist 2–5 % zu niedrig, modellabhängiggenau über mehrere Füllungen
Aufwandkeiner, Wert jederzeit sichtbarKilometerstand und Liter notieren
StärkeVergleich zweier Fahrten, Wirkung der FahrweiseKostenrechnung, Steuer, Abrechnung

Die meisten Autos führen zwei Speicher: einen Kurzzeitspeicher, der sich nach einigen Stunden Standzeit selbst zurücksetzt, und einen Langzeitspeicher, der bis zum manuellen Zurücksetzen läuft. Für die Kostenrechnung taugt nur der Langzeitwert über mehrere hundert Kilometer. Der Momentanverbrauch und der Wert einer einzelnen Sommerfahrt sind zu optimistisch.

Wer den Bordcomputer weiter nutzen will, bestimmt einmal einen Korrekturfaktor: gemessener Wert ÷ angezeigter Wert über denselben Zeitraum. Zeigt das Display 6,9 l und die Tankmessung ergibt 7,3 l, ist der Faktor 7,3 ÷ 6,9 = 1,06. Künftig wird jede Anzeige mit 1,06 multipliziert, eine Anzeige von 6,4 l entspricht dann rund 6,8 l.

Auch der Kilometerzähler hat eine Toleranz. Andere Reifengrößen, etwa Winterräder mit anderem Abrollumfang, verschieben die angezeigten Kilometer um 1–3 %. Für die Verbrauchsmessung ist das meist unerheblich, für exakte Dienstfahrt-Abrechnungen gilt der Wert des Routenplaners.

WLTP-Wert und Realverbrauch

Der Herstellerwert wird nach dem Prüfverfahren WLTP (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure) auf dem Rollenprüfstand ermittelt: 30 Minuten, 23,25 km, vier Phasen von Stadt bis Schnellstraße, Höchsttempo 131 km/h, Temperatur 23 °C. Seit September 2018 gilt WLTP für alle Neuzulassungen. Ältere Autos tragen oft noch einen Wert nach dem früheren NEFZ-Zyklus, der im Alltag 20–40 % zu niedrig liegt.

Im Alltag liegt der Verbrauch typischerweise 10–20 % über dem WLTP-Wert. Größer wird der Abstand bei Kurzstrecken, Kälte, Autobahntempo über 130 km/h, voller Beladung und zügiger Fahrweise. Bei Plug-in-Hybriden ist er am größten: Der WLTP-Wert unterstellt viel elektrisches Fahren, wer selten lädt, verbraucht ein Mehrfaches.

Wo der Wert stehtWas dort angegeben ist
Übereinstimmungsbescheinigung (CoC)WLTP-Verbrauch kombiniert und nach Phasen, CO₂-Ausstoß
Zulassungsbescheinigung Teil Inur CO₂ in g/km (Feld V.7), kein Literwert
Pkw-Label beim Händler, Datenblattkombinierter Verbrauch, CO₂-Klasse A bis G
Bedienungsanleitung, HerstellerseiteVerbrauch je Motor- und Getriebevariante

Steht nur der CO₂-Wert im Fahrzeugschein, lässt sich der Verbrauch näherungsweise zurückrechnen: Ein Liter Benzin erzeugt rund 2,37 kg CO₂, ein Liter Diesel rund 2,65 kg.

Benziner: l/100 km ≈ CO₂ (g/km) ÷ 23,7

Diesel: l/100 km ≈ CO₂ (g/km) ÷ 26,5

Benziner mit 142 g/km im Feld V.7: 142 ÷ 23,7 = 5,99 l/100 km nach Norm. Mit 15 % Alltagsaufschlag ergibt sich für die Kostenrechnung 5,99 × 1,15 = 6,9 l/100 km.

Ohne eigenen Messwert, etwa vor dem Autokauf oder beim Mietwagen, rechnet man mit dem WLTP-Wert plus 15 % und prüft das Ergebnis an diesen Alltagswerten:

FahrzeugklasseBeispieleBenzin l/100 kmDiesel l/100 kmElektro kWh/100 km
KleinwagenVW Polo, Opel Corsa5–6,54–514–16
KompaktklasseVW Golf, Opel Astra6–7,54,5–5,515–18
MittelklasseVW Passat, BMW 3er6,5–85–6,516–19
SUV und OberklasseBMW X3, Mercedes E-Klasse8–126,5–8,519–25

Der durchschnittliche Pkw in Deutschland verbraucht im Alltag 7–8 l/100 km. Ein Wert von 7 l ist für einen Kleinwagen hoch, für ein SUV niedrig.

km/l und mpg in l/100 km umrechnen

Apps, Importfahrzeuge und Mietwagen im Ausland geben den Verbrauch oft als Strecke pro Volumen an. Der Wert wird dann nicht multipliziert, sondern in den Kehrwert verwandelt, weil mehr Kilometer pro Liter einen geringeren Verbrauch bedeuten. Auch wer nur weiß, wie weit eine Tankfüllung reicht, kommt so zum Literwert: 650 km mit 45 l entsprechen 14,4 km/l oder 6,92 l/100 km.

l/100 km = 100 ÷ (km/l)

l/100 km = 235,21 ÷ mpg (US-Gallone)

l/100 km = 282,48 ÷ mpg (britische Gallone)

km/ll/100 kmmpg (US)mpg (UK)
10,010,0023,528,2
12,58,0029,435,3
13,87,2432,539,0
16,06,2537,645,2
20,05,0047,056,5
25,04,0058,870,6

Wer vor der Umrechnung rundet, verschiebt das Ergebnis. Deshalb mit allen Nachkommastellen rechnen und erst am Ende auf zwei Stellen runden. Für Elektroautos gilt dieselbe Logik: Eine Angabe in km/kWh wird mit 100 ÷ km/kWh zu kWh/100 km, 6,25 km/kWh entsprechen 16 kWh/100 km.

Elektroauto: Verbrauch mit Ladeverlusten

Das Display im Elektroauto zeigt die Energie, die die Batterie abgegeben hat. Bezahlt wird aber der Strom, der aus dem Netz kommt. Beim Laden gehen 10–20 % als Wärme in Ladegerät, Kabel und Batterie verloren. Am oberen Ende dieser Spanne liegt das Laden an der Haushaltssteckdose mit 2,3 kW, weil der Ladevorgang lange dauert und das Auto in dieser Zeit Steuergeräte und Batteriekühlung mitversorgt. An der Wallbox mit 11 kW sind die Verluste kleiner, beim Schnellladen mit Gleichstrom entstehen sie vor allem in der Ladesäule, die nach Kilowattstunden am Ladepunkt abrechnet.

  1. Vor dem Laden den Kilometerstand notieren.
  2. Die geladene Strommenge vom Zähler der Wallbox, aus der App oder aus der Ladeabrechnung ablesen, nicht aus dem Fahrzeug.
  3. Bis zur nächsten Ladung fahren und erneut Kilometer und geladene Menge erfassen.
  4. Geladene kWh × 100 ÷ gefahrene Kilometer rechnen, über mehrere Ladungen als Summe.

Die Wallbox zeigt 41,6 kWh für 210 gefahrene Kilometer: 41,6 × 100 ÷ 210 = 19,8 kWh/100 km

Das Bordsystem zeigt im selben Zeitraum 17,2 kWh/100 km an. Die Differenz von 2,6 kWh/100 km entspricht 13 % der geladenen Energie. Bei 0,39 € je kWh kostet die Fahrt 7,72 € pro 100 km statt der 6,71 €, die der Displaywert nahelegt.

Plug-in-Hybride brauchen zwei Messungen: Liter vom Volltanken zu Volltanken und Kilowattstunden von Ladung zu Ladung, beide auf dieselbe Strecke bezogen. Die Kosten pro 100 km ergeben sich aus l/100 km × Literpreis + kWh/100 km × Strompreis.

Ursachen für plötzlich höheren Verbrauch

Steigt der Verbrauch über zwei oder mehr Füllungen um mehr als einen Liter, ohne dass sich Strecke oder Jahreszeit geändert haben, lohnt eine feste Reihenfolge: zuerst die Punkte, die sich in Minuten prüfen lassen, danach die Werkstatt.

Reifendruck
0,5 bar zu wenig erhöhen den Verbrauch um bis zu rund 5 %. Der Sollwert steht im Tankdeckel, an der B-Säule oder im Handbuch, bei voller Beladung gilt der höhere Wert. Gemessen wird bei kalten Reifen.
Dachbox und Träger
Sie erhöhen den Luftwiderstand, auf der Autobahn um 10–20 %. Auch ein leerer Grundträger kostet Kraftstoff.
Zuladung
100 kg zusätzlich kosten etwa 0,3–0,5 l/100 km. Ein Kofferraum voller Werkzeug oder Getränkekisten zählt mit.
Jahreszeit und Fahrprofil
Kalter Motor, Winterreifen, Heizung und Kurzstrecken treiben den Wert nach oben. Die Klimaanlage fügt im Sommer 0,5–1 l/100 km hinzu. Eine neue Baustelle mit Stau auf dem Arbeitsweg wirkt wie ein Wechsel ins Stadtprofil.
Kraftstoff
Ein Wechsel von Super E5 auf E10 erhöht den Verbrauch um höchstens 1–2 %. Winterdiesel enthält etwas weniger Energie je Liter als Sommerdiesel.
Wartung
Verschmutzter Luftfilter, falsches Motoröl, verstellte Spur und schleifende Bremsen erhöhen den Verbrauch schleichend. Schleifende Bremsen zeigen sich zusätzlich an Geräusch und warmen Felgen nach der Fahrt.
Defekt in Motorsteuerung oder Abgasanlage
Eine defekte Lambdasonde, ein klemmendes Thermostat (Motor wird nicht warm) oder ein zugesetzter Partikelfilter lassen den Verbrauch steigen, ohne dass sofort eine Warnleuchte aufleuchtet. Bleibt der Wert nach den Prüfungen oben erhöht, liest die Werkstatt den Fehlerspeicher aus.